Wenn du nach dem Wort Pornosucht gesucht hast, dann möchtest du vielleicht erfahren

  • … ob du das Wort „Sucht“ zutreffend für dich findest.
  • … was es über Pornografie zu wissen und zu lernen gibt.
  • … welches Maß an Pornografie dir gut tut.
  • … wie du es schaffen kannst, deinen Pornokonsum selbstbestimmt zu gestalten.
  • … ob du deinen Konsum von Pornos ganz beenden möchtest (Entzug).
  • … ob du auch ohne Pornografie erregt sein und masturbieren kannst.
  • … wie du mit deinem Pornokonsum in deiner Partnerschaft umgehen kannst.

Vielleicht hast du dir schon viele Gedanken über dein Verhältnis zu Pornografie gemacht und bist dabei auch auf ganz persönliche Fragen gestoßen

  • … woher deine sexuellen Fantasien kommen. Warum dich erregt, was dich erregt.
  • … welche Funktionen Pornografie in deinem Leben erfüllt. Welche Bedürfnisse sie befriedigt.
  • … was sich verändert, wenn du in Zukunft weniger Pornos schauen solltest.

Oder du bist auf noch grundlegendere Fragen zu deiner Sexualität gestoßen, zum Beispiel

  • … was dir deine Sexualität bedeutet.
  • … welche Wünsche du für deine Sexualität hast.
  • … was dich davon abhält, mit deinem Sexleben glücklich zu sein.
  • … wie du mit deiner Lust mehr im Hier und Jetzt und in deinem Körper sein kannst.

Deine Pornosucht ist die Einladung zu einer Reise

Dein Verhältnis zu Pornografie ist mit den vielen Facetten deiner Persönlichkeit verwoben. Oft gibt es keine einfachen und endgültigen Antworten auf diese Fragen.

Deshalb begreife ich die Außeinandersetzung mit Pornografie nicht mehr als Sache von Richtig und Falsch. Sondern als eine Reise, auf der viele Selbsterfahrungen und Erkenntnisse auf dich warten. Und die reichen auch weit über deine Sexualität hinaus.

In diesem Artikel zeichne dir ein All-Inclusive-Programm für diese Reise. Dabei geht es nicht darum, dass du die Antwort auf alle deine Fragen findest. Im Idealfall gewinnst du einfach einen Blick auf deine Möglichkeiten.

Du kannst diesen Text für deine Inspiration nutzen. Und wenn du Lust bekommst, auf diesem Weg nicht alleine zu sein, klopf gerne bei mir an. Als Sexological Bodyworker und Coach für Somatik und Sexualität begleite Menschen auf ihrer Reise mit dem Thema Pornosucht.

Dabei komme ich ganz frei von Bildern, wieviel oder wiewenig Pornos du schauen solltest. Denn was dir gut tut und was richtig für dich ist, das wirst du im Laufe dieser Reise selbst herausfinden.

In meiner Begleitung kombiniere ich die Erfahrungen und das Wissen aus der NoFap- und YBOP-Bewegung mit dem körperorientierten Ansatz des Sexological Bodywork. Das eigene Verhältnis zu Pornografie kann so besser verstanden werden. Und über den Kontakt zum Körper kann eine neue Sexualität entfaltet werden.

Meine Begleitung kann in Berlin oder auch online stattfinden.

Reden und Zuhören

Wann hast du das letzte Mal ganz offen über deine Gewohnheiten beim Pornoschauen gesprochen? Genießt du Pornos meist alleine? Und gibt es in deiner Pornowelt etwas, das du lieber ganz für dich behältst?

Menschen, die selbst keine Pornos schauen, reagieren vielleicht mit Vorurteilen oder du merkst bei ihnen Verunsicherung.

Irgendwie sind Pornos wie dafür gemacht, dass du deine Empfindungen dazu ganz mit dir selbst herumträgst. Damit sind Pornos ein Stückchen Isolation.

In meiner Begleitung kannst du über alles sprechen, was dir in deinem Verhältnis zu Pornos auf dem Herzen liegt. Dabei gilt: Alles darf geteilt werden, nichts muss. Du darfst da sein mit allem, was dich bewegt.

Denn manchmal bringt schon das Sprechen über ein lange verschwiegenes Thema Bewegung in die Sache.

Aufklärung zum Thema Pornosucht

Vielleicht hast du dich selbst schon in diversen Onlineforen zum Thema Pornosucht informiert. In meinem Vortrag fasse ich die möglichen Auswirkungen von Pornografie auf unser Gehirn zusammen. Mein Fazit: Regelmäßiges Pornoschauen nutzt unser Belohnungssystem ab!

Pornografie wirkt auf eine bestimmte Weise auf dein Gehirn. Du kannst das in deiner Wahrnehmung und in deinen Verhaltensmustern beobachten.

In meiner Begleitung können wir diese Erkenntnisse thematisieren und offene Fragen klären. Wir können darüber sprechen, ob und wie die beschriebenen Konsummuster zu deinem ganz eigenen Erleben passen.

So kann es Aha-Momente geben, in denen unbemerkte Verhaltensweisen wahrgenommen und verstanden werden können.

Bist du pornosüchtig?

Ich schreibe hier von Pornosucht, dabei bin ich nicht der größte Fan von diesem Begriff. In diesem Artikel lade ich dazu ein, das Wort fluide zu verwenden.

Ob du deinen Pornokonsum problematisch findest oder nicht, das entscheidest du am Besten selbst. Es geht darum, dass du deine eigene Antwort darauf findest. Und nicht die Antwort, die ich dir vorgebe.

Nur so findest du am Ende genau die Sexualität, die richtig für dich ist. Das ist Selbstbestimmtheit.

Wo soll es für dich hingehen?

Vielleicht entdeckst du, dass Pornos eine ganz wundervolle Facette deiner Sexualität sind. Gerne begleite ich dich dabei, wie du deinen Konsum von Pornos noch ekstatischer und nährender gestalten kannst.

Vielleicht entdeckst du, dass Pornos deiner Sexualität, deinem Selbstgefühl oder deiner Partnerschaft schaden. Gerne begleite ich dich dabei, deinen Konsum von Pornos zu reduzieren oder ganz zu beenden.

Ich gebe dir nicht vor, welcher Weg der richtige für dich ist. Deine Veränderung wird umso profunder sein, je selbstbestimmter du sie angehst.

Da geht es um die Frage, welche Veränderung du dir für dein Leben wünscht. Und welchen Weg du dafür gehen möchtest. Ich mache oft die Erfahrung, dass gerade eine Unklarheit mit diesen Fragen vom Vorwärts abhält.

Ambivalenzen sind Teil unseres Lebens und manchmal braucht auch der Weg von der Unklarheit in die Klarheit seine Zeit. Gerne unterstütze ich dich dabei, deinen Weg zu finden.

Die Anknüpfpunkte deiner Reise

Auf deiner Reise kannst du in verschiedene Richtungen blicken. Jede Richtung kann ausprobiert und aufeinander aufgebaut werden.

  1. Deinen Konsum von Pornos reduzieren
  2. Pornografie genießen lernen
  3. Sexualität im Körper und im Hier und Jetzt genießen lernen
  4. Sexualität im Kontext deiner Persönlichkeit verstehen

Im Folgenden beschreibe ich dir für jede Richtung konkrete Möglichkeiten, wie dein Weg darin aussehen kann.

Vielleicht wirken die vielen Möglichkeiten auf dich etwas kompliziert. Was ist der richtige Weg für dich? Nun, das ist genau der Grund, warum ich von einer Reise spreche.

Veränderung braucht Zeit. Es geht darum, verschiedene Dinge auszuprobieren und Erfahrungen zu machen.

Beim Reisen kannst du die Augen schließen und nur darauf warten, dass du am Ziel bist. Oder du öffnest deine Augen für die Landschaft um dich herum. Und mit deiner Neugierde wirst du die Welt auf deine ganz eigene Weise verstehen.

Dafür musst du nicht mehr tun als loszulaufen. Genau genommen hast du das bereits gemacht, als du auf diesen Artikel geklickt hast.


Den Konsum von Pornos reduzieren

Ab Januar 2022 ist Pornosucht nach dem neuen ICD-11 eine offiziell anerkannte Krankheit. In Studien wird der regelmäßige Konsum von Pornos in Verbindung gebracht mit sexuellen Herausforderungen wie z.B. Lustlosigkeit oder Erektionsschwierigkeiten, mit sozialen Ängsten und Depressionen.

Die NoFap Bewegung ermutigt Betroffene schon seit vielen Jahren, ihren Konsum von Pornos ganz zu beenden.

Vielleicht gab es in deinem Leben lange keinen Zeitraum ohne Pornos. Dann erlebst du die Auswirkungen von Pornografie vielleicht als deine Normalität. Du kannst sie nur schwer bewusst wahrnehmen.

Vielleicht bist du schon fest entschlossen, ganz mit dem Konsum von Pornos aufzuhören. Oder du möchtest den Entzug als Experiment ausprobieren und mögliche Veränderungen beobachten.

Die Notbremse ziehen: Suchtimpulse wahrnehmen und unterbrechen

Viele Aussteiger*innen sind überrascht, wie schnell sie manchmal doch wieder vor ihrer Lieblingspornoseite sitzen.

Manchmal passiert das ganz automatisch, scheinbar unbewusst. Manchmal finden sich im inneren Dialog plötzlich auffällig viele gute Gründe zum Pornoschauen.

In einer Pornosucht ist dein Begierdezentrum (Gaspedal) stark ausgeprägt und dein Vernunftszentrum (Bremse) nicht stark genug, um dagegen zu halten.

Du kannst verstehen lernen, welche Situationen in dir den Impuls zum Pornoschauen auslösen. So kannst du früh erkennen, wann du vorsichtig sein möchtest.

Du kannst auch erfahren, wie sich ein Impuls in deinem Körper anfühlt. So wirst du dieses Gefühl bewusst wahrnehmen können.

Und du kannst lernen, wie du aus diesem Impuls heraustrittst, ohne endlose innere Monologe führen zu müssen.

Das alles wird deine Fähigkeit zu deinem Nein stärken. Gerne unterstütze ich dich dabei, deine Suchtimpulse zu erkennen und sie zu unterbrechen lernen.

Dopaminstrukturen erkennen

Messenger, Zucker, Dating Apps, Pornografie. Alle diese Freuden registriert dein Gehirn als Belohnungen – als sozialen Kontakt, als Nahrung oder als Fortpflanzung.

Sie alle stoßen denselben Mechanismus an: Sobald dein Gehirn eine Belohnung wittert, schüttet es Dopamin aus. Dopamin treibt dich dazu an, nach deiner Belohnung zu greifen.

Viele Menschen, die ihren Pornokonsum einschränken, wechseln zu anderen Dopaminquellen. Das Pornoschauen wird ersetzt durch z.B. stundenlanges Klicken auf Datingprofilen.

Es ist wichtig, auf solche Ersatzbefriedigungen aufmerksam zu werden. Da sie vor allem dazu führen, dass dein Belohnungssystem weiter in der Anspannung bleibt.

Dopamin löst ein Gefühl von Wollen aus, nicht das Gefühl von Haben und Genießen. Manchmal leben wir so im Stress, dass wir unser ständiges Wollen vor allem als Unruhe wahrnehmen.

Du kannst lernen, diesen Zustand körperlich zu spüren und so ein Bewusstsein dafür zu entwickeln. Über Meditation kannst du lernen, aus diesem Zustand herauszutreten und vom Wollen ins Nicht-Wollen zu gelangen.

Dein Gehirn kann damit eine Auszeit bekommen, in dem es sich von seinem dauerhaften Dopaminstress erholen darf.

Gerne unterstütze ich dich bei der Frage, wie du Meditation in deinen Alltag integrieren kannst.

Den Entzug durchleben

Ein Entzug ist eine Reise von mehreren Monaten. Deine Pornosucht war ein fester Bestandteil deines Lebens, den du jetzt einfach wegkürzt. Deshalb begegnen dir vielleicht Entzugserscheinungen oder Sorgen über die Zukunft deiner Sexualität.

Gerne bin ich in dieser Zeit für dich da. Gemeinsam können wir Herausforderungen, neue Erkenntnisse und aktuelle Entwicklungen besprechen. So wird aus deiner Reise ein Weg, den du nicht alleine gehen musst.

Auf Wunsch bin ich auch dein „accountability partner“: Wir vereinbaren, wofür du dich verantwortlich erklären willst. Auch das soll dich dabei unterstützen sollen, keine Pornos mehr zu schauen.


Pornografie mehr genießen lernen

Auf einer Veranstaltung zu sexueller Vielfalt habe ich jungen Menschen die Frage gestellt, warum Menschen Pornos schauen. Unter den Antworten waren Erregung, Entspannung, Neugierde und die Erfüllung von sexuellen Wünschen.

Es gibt gute Gründe für Pornos. Pornos sind eine Möglichkeit, eine fürsorgevolle Zeit mit uns selbst zu haben. Vielleicht möchtest du selbst einmal darüber nachdenken, wie Pornos dein Leben bereichern.

Joseph Kramer, Mitbegründer des Sexological Bodywork, vergleicht den Konsum von Pornografie mit dem Konsum von gutem Wein. Er stellt die Frage nach bewusstem Genuss:Are we sipping the wine or are we guzzling it?“ („Genießen wir den Wein in kleinen Schlücken oder verschlingen wir ihn?“)

Die Frage: ,,Was ist falsch mit mir, dass ich Pornos schaue?“ verwandelt sich zu ,,Wie kann ich meinen Konsum von Pornografie so gestalten, dass er mir gut tut?

Porn Yoga: Beim Pornoschauen die Verbindung mit dem Körper wahren

Von außen betrachtet sieht Pornoschauen oft so aus:

Der Körper liegt oder sitzt in einer etwas beengten Haltung. Der Blick ist auf den Bildschirm fokussiert. Die eine Hand an der Maus, die andere an den Genitalien. Das Bewusstsein taucht ein in die dargestellte Fantasie. Wir stimulieren uns auf vertraute Weise und kommen nach dem Orgasmus wieder zurück zu uns.

Kennst du das?

Das Ganze folgt einem klaren Muster: Möglichst viel Aufmerksamkeit auf dem Bildschirm bei möglichst geringem Energieaufwand.

Am Ende hast du damit eine sexuelle Erfahrung, in der du dich nicht selbst spürst. Deine Sexualität hat nichts mehr mit deinem Körper zu tun.

Die Methode Porn Yoga lädt dich ein, beim Pornoschauen in Verbindung mit deinem Körper zu bleiben. Schau doch mal im Stehen. Bewege dich dabei. Atme bewusst. Probiere verschiedene Berührungen aus. Und lass statt deiner Hände mal dein Becken in Bewegung kommen.

Mit Porn Yoga kann dein Genuss auch in deinem Körper spürbar werden. Du bleibst im Hier und Jetzt, statt voll in deine Fantasiewelt abzutauchen. Und im Hier und Jetzt gibt es Lebendigkeit, Abwechslung und Ekstase!

Gerne begleite ich dich dabei, wie du in deine eigene Porn Yoga Praxis einsteigen kannst.

Embodied Porn Watching: Mit deinem Körper in Resonanz gehen

Beim Schauen von Pornografie sind wir unbewegte Körper, die die Darstellung bewegter Verkörperung genießen.

Beim Embodied Porn Watching trittst du mit deinem Körper in Resonanz zu den Körpern in deinen Lieblingspornos.

Zuerst beobachtest du neugierig: Wie verkörpern sich die Darsteller*innen? Wie bewegen sie sich? Welche Körperhaltungen nimmst du wahr? Welche Geräusche?

Und in einem zweiten Schritt findest du damit in eine körperliche Resonanz.

Wie reagiert dein eigener Körper auf diese Bilder? Kommen Körperimpulse, denen du folgen möchtest? Siehst du etwas an den dargestellten Menschen, das du für deine eigene Lust gerne imitieren möchtest? Wie wäre es, jetzt Teil der Szene zu sein?

Damit lädst du deinen Körper ein, dich in das Reich deiner Fantasien zu begleiten. Und so wird das Pornoschauen zu einer ganzheitlicheren Erfahrung. Gerne unterstütze ich dich beim Ausprobieren dieser Methode.

PorYes: Andere Pornos schauen

NoFap und YBOP befassen sich vor allem mit Pornographie auf Mainstream-Streamingseiten. Diese wird in ganz besonderem Maße dafür produziert, möglichst viele Klicks zu generieren.

Aber es gibt auch Alternativen. „Die Antwort auf schlechte Pornos ist nicht gar kein Porno, sondern guter Porno.“, hat Annie Sprinkle einmal gesagt.

Die PorYes Bewegung formuliert Kriterien für sexpositive und feministische Pornoproduktionen. Und solche Produktionen werden immer mehr angeboten.

In den PorYes Videos ist ein sehr anderes Grundfeeling spürbar. Die Videos malen ein ganzheitliches Bild von Sexualität. Neben Sexyness werden auch Vielfalt, Kommunikation, Intimität und Humor spürbar.

Und das kann eben auch ein Weg sein. Dass du dir nicht die Frage stellen musst, ob du weniger Pornos schauen solltest. Sondern ob du andere Pornos schauen solltest.

Pornografie im Kontakt mit anderen

Für viele Menschen findet Pornografie vor allem in der Isolation statt. Vielleicht halten wir uns für sehr offen, aber warum sprechen wir dann so selten über Details?

Wir verbringen so viel Zeit mit Pornos und erleben dabei so viel Lust. Aber in unserem sozialen Umfeld bleibt diese Tatsache fast unsichtbar.

Mit wem würdest du gerne einmal offen über das Thema sprechen? Von deinen Fantasien erzählen? Gibt es in deinem Leben jemanden, wo du ganz neugierig wirst, mit ihm*ihr einmal gemeinsam Pornos zu schauen?

Nicht in jedem Umfeld ist dieser Kontakt möglich. Aber gerade dann können solche Fragen ein Gedankenspiel anstoßen: Bin ich mit Pornos alleine? Und warum?


Die Wiederentdeckung von Sex im Körper

Wenn du viel Pornografie gewohnt bist, dann erlebst du deine Sexualität vielleicht vor allem in Fantasien und in deinem Kopf.

Dabei bleibt der sexuelle Genuss in deinem Körper beinahe unbeachtet. Genuss in deinem Körper entsteht durch das schöne Gefühl in deinen Genitalien, auf deiner Haut, in deiner Brust.

Im Sexological Bodywork sprechen wir vom Phänomen der Genitalen Amnesie: Wenn du deine Sexualität ausschließlich in deinem Kopf erlebst und die Empfindungen in deinen Genitalien nur schwer wahrnehmen kannst.

Menschen mit einer Pornosucht machen außerdem oft die Erfahrung, nicht im Hier und Jetzt zu sein und mit ihrer Erregung auf sexuelle Fantasien angewiesen zu sein.

In diesem Artikel argumentiere ich, dass der reine Entzug von Pornografie zu kurz greift. Wenn Pornografie deine Sexualität bestimmt hat – was bleibt dir dann nach der Pornografie?

Die Rückanbindung deiner Sexualität an deinen Körper kann eine Antwort auf diese Frage sein. Mit deinem Körper kannst du in deinen Hier-und-Jetzt-GENUSS finden. Und dich damit vom Dopamin-WOLLEN verabschieden.

Die Erfahrung, deinen eigenen Körper spüren zu lernen, geht weit über deine Sexualität hinaus. Dein Körper erlaubt dir mehr Verbundenheit zu dir selbst und mehr Lebendigkeit in deinem Leben.

Deinen Körper achtsam spüren lernen

Unsere Gesellschaft legt viel Wert darauf, uns in unserem rationalen Denken zu fördern. Unsere Körper bekommen darin nur wenig Aufmerksamkeit. Wenn wir über unsere Körper sprechen, dann eher als Leistungsmaschinen: Sie sollen gut aussehen, gesund sein und beim Sport erfolgreich.

Deinen Körper achtsam spüren zu lernen ist der erste Schritt, um deine Sexualität wieder mit dem Hier und Jetzt zu verbinden. Es gibt immer mehr Studien zur Wirksamkeit von Achtsamkeit bei Abhängigkeiten.

Was kannst du in deinem Körper wahrnehmen? Wie drücken sich deine Gefühle körperlich aus? Wie kannst du deine Empfindungen kommunizieren und damit andere an deiner Innenwelt teilhaben lassen?

Im somatischen Spüren kannst du eine Menge über dich herausfinden. In meinen Sitzungen erlebe ich oft, wie schnell sich in der Körperarbeit Facetten aufzeigen, die einem Gespräch noch lange Zeit verborgen geblieben wären. Dein Körper birgt ein großes Maß an Weisheit.

Dein Prozess kann sich ungemein beschleunigen, wenn du auf deinen Körper hören lernst. Gerne unterstütze ich dich auf diesem Weg zu mehr Achtsamkeit.

Über deinen Körper zu mehr Ausdruck und Selbstregulation: Embodiment

Wie du denkst und wie du fühlst, ist in hohem Maße vom Zustand deines zentralen Nervensystems beeinflusst: Bist du in Sicherheit, kannst du dich für Genuss und für die Verbindung zu anderen Menschen öffnen. Fühlst du dich unsicher oder gestresst, bist du im Kontakt mit anderen Menschen vorsichtiger und kannst dich schwerer fallen lassen.

Du kannst lernen, den Zustand deines Nervensystems wahrzunehmen und bewusst zu beeinflussen. Mit Atmung, Bewegung, Stimme und Berührung kannst du dich in Entspannung oder in die Aktivierung regulieren.

Dein zentrales Nervensystem beeinflusst, wie du Lust und Sex erlebst. Es fühlt sich eben anders an, ob du beim Sex flach atmest und still daliegst – oder ob du tief in dein Becken atmest, stöhnst und deine Bewegungen genießt. Dein Nervensystem regelt, wie intensiv du Genuss erleben kannst.

Gerne begleite ich dich im Rahmen eines ABS-Coachings (Atem, Bewegung, Stimme) beim Entdecken deiner Selbstregulation. Ganz egal, ob du dich an deinen körperlichen Ausdruck erst mit viel Mut herantrauen musst oder ob du dein vorhandenes Vertrauen noch vertiefen möchtest.

Deine sexuelle Anatomie kennen und spüren

Mit Pornografie erfährst du Lust vor allem im Kopf. Dabei gerät die Juicyness deines Körpers in den Hintergrund. Obwohl doch gerade dort eine ganze Fülle an Schwellkörpern, Sinnesrezeptoren und Nervenenden stecken.

Betty Martin beschreibt das als den Unterschied zwischen indirect pleasure (Lust, die du durch externe Stimulation gewinnst) und direct pleasure (Lust, die du ganz alleine aus deinem Körper heraus gewinnen kannst).

Auf deiner Reise hin zu einer verkörperten Sexualität lernst du dein Becken und deine Genitalien kennen. Und da geht es weit über das korrekte Benennen deiner Lustanatomie hinaus. Es geht darum, diese Anatomie ganz bewusst zu spüren.

Wie fühlt sich deine Beckenbodenmuskulatur an? Welche unterschiedlichen Genusszonen entdeckst du an deinen Genitalien? Welche Berührungen fühlen sich schön an? Wie kannst du deinen Beckenboden einsetzen, um dein Lustempfinden noch zu steigern?

Du kannst deine Wahrnehmung dafür öffnen, alle diese Sensationen deutlich wahrzunehmen. Und da fängt es an, dass du Lust auch ohne sexuelle Fantasien empfinden kannst. Die Lust deines Körpers.

Das Kennenlernen unserer Genitalien ist eines der Hauptanliegen im Sexological Bodywork. Gerne können wir uns all diesen Fragen in der Körperarbeit widmen!

Orgasmic Yoga: Masturbation ohne Pornografie und Fantasien

Orgasmic Yoga ist eine Praxis zur Entfaltung einer kreativen, neugierigen und lebendigen Masturbation im Kontakt mit deinem Körper.

Vielleicht bist du sehr geübt in deiner Selbstliebe. Du weißt sehr gut, wie du dich berühren kannst und wie du am effizientesten zum Orgasmus kommst. Vielleicht weißt du das schon fast ein bisschen zu gut. Und am Ende ist deine Masturbation irgendwie eine immergleiche Routine.

Orgasmic Yoga lädt dich ein, aus dieser Routine herauszutreten und kreativ und neugierig zu werden. Im Orgasmic Yoga geht es um dein sexuelles Lernen. Was kannst du Neues entdecken? Welche Berührung tut dir gut? Was wolltest du schon immer einmal ausprobieren?

Darin kannst du die Erfahrung machen, ganz ohne Pornografie und Porno-Fantasien zu masturbieren. Sehr gerne unterstütze ich dich dabei, in die achtsame Selbstliebe einzusteigen und sie nach deinen eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Das kann z.B. im Rahmen meines Masturbationscoachings passieren.

Hier noch ein schönes Video zu achtsamer Selbstliebepraxis.


Sexualität im Kontext deiner Persönlichkeit

Sex ist mehr als das Aneinanderreiben von Genitalien zur Fortpflanzung. Deine Sexualität ist eingebettet in deine ganz individuellen Bedeutungskontexte. Wie hast du gelernt, zu lieben? Mit anderen Menschen in Kontakt zu gehen? Deine Bedürfnisse zu verhandeln?

Es gibt viele Bezüge zwischen deiner Sexualität und deiner Persönlichkeit. Diese findest du sehr wahrscheinlich auch in deinem Verhältnis zu Pornografie wieder. Wenn du an deinem Pornokonsum etwas ändern möchtest, dann kann es Sinn machen, auch auf dein großes Ganzes zu blicken.

Im Kern ist die Frage also: Was kannst du mit einem Blick auf deine Pornogewohnheiten über dein Leben und deine Persönlichkeit erfahren?

Deine sexuellen Fantasien verstehen

Warum erregt dich, was dich erregt? Warum hat deine Pornosucht ein Lieblingsgenre und interessiert sich für andere Videos wieder gar nicht?

Wir müssen diese Fragen nicht ergründen. Es ist schön, die eigene Lust einfach nur zu genießen.

Aber vielleicht machen dich diese Fragen auch neugierig. Sie können gerade dann spannend sein, wenn du dich innerlich im Konflikt mit deinen sexuellen Fantasien erlebst.

Es gibt verschiedene Erklärungsansätze für die Ursprünge deines ganz individuellen Erregungsmusters. Und es gibt Methoden, diesen Fragen auf die Spur zu gehen.

Gewonnene Erkenntnisse können dir helfen, deine sexuellen Bedürfnisse und deine sexuelle Identität besser zu verstehen. So kannst du deine Fantasien noch bewusster genießen oder sie auf Wunsch transformieren.

Wenn du möchtest, können wir gerne gemeinsam in dieses spannende Forschen gehen.

Die Bedürfnisse hinter deinem Pornokonsum verstehen

In meinem Artikel Warum schaust du Pornos? lade ich dich auf die Frage ein, welche Funktionen Pornografie in deinem Leben erfüllt. Es kann sehr aufschlussreich sein, dir dafür einmal die Zeit zu nehmen.

Vielleicht öffnet es dir die Augen dafür, was du dir für deine Sexualität und für dein Leben wünscht. Und vielleicht ist Pornografie einfach ein Weg dorthin. Du kannst dann wertschätzen, was dir Pornografie schenkt.

Oder du erkennst, welche Bedürfnisse in deinem Leben sonst unbefriedigt bleiben. Und du kannst dich auf die Suche machen, wie du diese Bedürfnisse auch ohne Pornografie befriedigen kannst.

Deine sexuellen Bedürfnisse kennenlernen

Und hier schaust du mal ganz unabhängig von Pornografie: Was wünscht du dir für deine Sexualität? Wie müsste deine Sexualität aussehen, damit du dich glücklich und genährt damit fühlst?

Manchmal vermeiden wir diese Fragen aus Sorge vor Enttäuschung.

Dabei ist die Frage nach deiner Wunschsexualität ja eine ganz wichtige Frage, damit du überhaupt weißt, wo es hingehen soll.

Wenn die Richtung klar ist, kannst du dir konkrete Fragen stellen: Wie sieht dein Weg zu deinem sexuellen Glück aus? Was für Schwierigkeiten werden auf dich zukommen? Wie kommst du in die Bewegung?

Dein Verhältnis zu deinen Fantasien klären

Wie stehst du eigentlich zu deinen sexuellen Fantasien?

Stehen sie dir im Weg und du hast das Gefühl, dass du ohne sie besser dran wärst?

Magst du sie einfach so, wie sie sind? Eine Fantasie, die nicht real werden muss?

Gibt es in dir den tiefen Wunsch, deine sexuellen Fantasien einmal ausleben zu können?

Oft steht die Fantasiewelt in Pornos in einem unterschwelligen Konflikt zur Realität. Es kann hilfreich sein, dir diese Fragen zu stellen. So kannst du sehen, wo Wunsch und Realität zusammenpassen und wo du Ambivalenzen mit dir trägst.

Deine Sexualität im Kontakt (Partnerschaft & Singlesein)

Mit dem üppigen Angebot an Pornos im Internet kannst du dir alle deine sexuellen Träume erfüllen. Doch vielleicht hast du manchmal das Gefühl, dass du damit an deinen eigentlichen Bedürfnissen vorbeimasturbierst.

Ich möchte da nicht von besser und schlechter sprechen. Aber Sex mit anderen ist eben etwas anderes als Selbstliebe. Manchmal möchten wir Haut spüren und berührt werden. Verbindung erleben. Begehrt werden und unsere eigene Begierde zulassen.

Wünscht du dir, dass deine Sexualität mehr in Kontakt mit anderen Menschen tritt?

Vielleicht bedeutet das mehr Raum für deine Sexualität in deiner Partnerschaft. Manchmal scheint sexueller Kontakt gerade mit dem Menschen schwer, dem wir innigst verbunden sind.

Oder vielleicht bist du Single und irgendwie klappt es nicht, dass du deine Sexualität ausleben kannst.

Wo wir den Kontakt mit anderen Menschen suchen, werden wir verletzlich und fühlen uns auch mal überfordert. Aber genau dort können zwei der schönsten Erfahrungen des Menschseins lauern: Intimität und erwidertes Verlangen.

In meinen Begleitungen können wir gerne darüber sprechen, wie du deine Sexualität mehr mit anderen Menschen leben kannst. Ich begleite auch Paare.

Der Scham begegnen

Laut Silvan Tomkins ist Scham ein Gefühl, das einen evolutionären Zweck erfüllt. Scham soll unsere Neugierde und unseren Genuss unterbrechen, wenn es gerade Wichtigeres gibt.

Leider machen wir in der Kindheit oft die Erfahrung, dass unsere Neugierde nicht willkommen ist und dass unsere Freude ausgebremst wird. Solche Erfahrungen sind in der sexuellen Entwicklung besonders häufig. Von früh an lernen wir, uns für unser Verlangen und unsere Lust zu schämen.

Pornografie kann ein Weg sein, unsere Scham zu übergehen. Die intensiven Reize in Pornos bannen unsere Aufmerksamkeit auf den Bildschirm. Dadurch können wir vermeiden, unsere verinnerlichte Scham zu spüren. Wir flüchten nach vorne.

Scham ist das Gefühl von „Ich bin falsch“. Sie steht in hoher Korrelation zu Depressionen, Aggressionen und Süchten und wächst durch Isolation, Schweigen und Verurteilung. Scham ist also ein großer Antreiber einer Pornosucht.

Wo lebt deine Scham? Nimmst du sie wahr oder bleibt sie unbemerkt?

Vielleicht schaust du nicht gerne auf diese Fragen. Doch indem du deine Scham wahrnimmst und ihr zuhörst, kannst du dich von ihr befreien.

Hinter der Scham liegt der Ort, an dem du dir deine Freude erlauben kannst. Von ganzem Herzen heiße ich dich in meinen Sitzungen mit allem willkommen, das du bist.

Die ganzheitliche Perspektive: Wie stehst du im Leben?

Im frühen 20. Jahrhundert wurden Ratten in grausamen Experimenten mit Morphin versorgt. Die Ratten bedienten sich so lange an der Droge, bis sie an einer Überdosis starben.

In den 70ern gab es dann Rat Park – ein Experiment, in denen Ratten eine paradiesische Umgebung geschaffen wurde. Statt einem kargen Käfig hatten sie ausreichend sozialen Kontakt, Nahrung, Spielzeug und Platz zur Paarung.

Auch diese Ratten konnten sich auf Wunsch mit Morphin füttern. Bloß hatten sie in ihrem Rattenparadies kaum Interesse an der Droge.

Das Experiment impliziert, dass Sucht erst aus Unzufriedenheit entsteht. ,,Addiction is the opposite of connection“, sagt Johann Hari.

Vielleicht möchtest du dir in deiner Außeinandersetzung mit einer Pornosucht also auch die großen Fragen des Lebens stellen:

Wie zufrieden bist du mit deinem Leben? Gibt es da etwas, mit dem du lieber Zeit verbringst als mit Pornografie? Wie stehst du in Beziehung zu dir selbst und zu anderen? Wofür brennst du, wirklich? Womit bist du in Verbindung?

Es berührt mich, wenn Menschen ihre Begeisterung entdecken und die Kraft finden, ihr zu folgen. Gerne begleite ich dich in einem somatischen Coaching, eine Vision für dein Leben zu verkörpern und zu manifestieren.


Du möchtest dich von mir begleiten lassen?
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